Fachgebiet Politikwissenschaft

Forschungsinteressen Jun.-Prof. Dr. Georg Wenzelburger

Laufende Forschungsprojekte

 

Die Politik der Inneren Sicherheit

Laufzeit: 1.10.2013 bis 31.8.2017

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Mitarbeiter: Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Helge Staff, M.A.; Studentische Hilfskraft: Fabienne Müller

Inhalt und Ziele:

Das Forschungsvorhaben hat das Ziel, die Politik der Inneren Sicherheit im internationalen und temporalen Vergleich aus der Perspektive der vergleichenden Policy-Forschung zu analysieren. Das Vorhaben nimmt dabei die bestehenden Ansätze und Theorien der vergleichenden kriminologischen Forschungen zum Ausgangspunkt und ergänzt bzw. vertieft diese durch eine politikwissenschaftliche Analyse, wobei ein Schwerpunkt auf den Einfluss von Parteien und Institutionen gelegt wird. Dabei werden drei Aspekte der Politik der Inneren Sicherheit – Gesetzgebung, Staatsausgaben und Kriminalitätsfurcht der Bevölkerung – mithilfe qualitativer und quantitativer Methoden untersucht. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf westlichen Industriestaaten und dem Zeitraum von 1990 bis 2010, da in dieser Zeit laut kriminalsoziologischer Untersuchungen ein "punitive turn" sichtbar werden sollte. Für die qualitative Analyse der Gesetzgebung werden aus den westlichen Industrieländern 4 Staaten ausgesucht, die in Fallstudien näher untersucht werden: Deutschland, Großbritannien, Italien und Schweden (zur Fallauswahl, s.u.).

Die zentralen Forschungsfragen des Projekts lauten daher:

1)    Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten im internationalen Vergleich und in der Entwicklung über die Zeit treten bei einer empirischen Aufarbeitung der Politik der Inneren Sicherheit hervor?

2)    Wie lässt sich die zwischenstaatliche und temporale Varianz politikwissenschaftlich erklären und welche Rolle spielen insbesondere Institutionen und Parteien hierbei?

Publikationen:

  • Georg Wenzelburger (2013): "Die Politik der Inneren Sicherheit. Konturen eines Forschungsfelds aus Sicht der Vergleichenden Politikforschung," in: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft, 7:1, 1-25.
  • Georg Wenzelburger (2014): "Parties, Institutions and the Politics of Law and Order", in: British Journal of Political Science, online first: DOI: 10.1017/S0007123413000501.
  • Georg Wenzelburger (2015): "Die Politik der Inneren Sicherheit", in: Georg Wenzelburger und Reimut Zohlnhöfer (Hrsg.): Handbuch Policy-Forschung. Wiesbaden: Springer VS.
  • Wenzelburger, Georg (2015): “A global trend towards law and order harshness? How globalization, partisan ideology and the party system shape law and order policies in 20 Western industrialized countries”, in: European Political Science Review, online first.
  • Wenzelburger, Georg/Staff, Helge (2016): “German Exceptionalism? An empirical analysis of 20 years of law and order legislation in Germany”, in: Politics&Policy, 44:2, 319-350.
  • Wenzelburger, Georg (2017): “Political economy or political systems? How welfare capitalism and political systems affect law and order policies in 20 Western industrialized nations“, in: Social Policy & Society, forthcoming.
  • Wenzelburger, Georg/Staff, Helge (2017): “The ‘third way’ and the politics of law and order: Explaining differences in law and order policies between Blair's New Labour and Schröder's SPD”, in: European Journal of Political Research, online first.

 

Welfare State Cutbacks and Electoral Punishment

Laufzeit: 1.1.2015 bis 31.12.2018

Finanzierung: Danish Research Council

Gemeinsames Forschungsprojekt mit Carsten Jensen (Principal Investigator) und Christoph Arndt, Universität Aarhus (Dänemark)

Inhalt und Ziele:

Das Projekt untersucht das Zusammenspiel zwischen wohlfahrtsstaatlicher Kürzungspolitik, elektoraler Abstrafung und der Nutzung politischer Strategien durch politische Akteure. Kern des Projekts ist eine umfangreiche Datensammlung zu wohlfahrtsstaatlichen Reformen, den genutzten politischen Strategien (, wobei hier zwischen Framing- und Policy-Strategien zu unterscheiden ist), und deren Wirkung auf die Popularität der Regierung (gemessen durch Wahlumfragen) sowie auf öffentliche Proteste. Diese Datenerhebung ermöglicht es, die komplexen kausalen Wirkmechanismen zwischen Kürzungspolitik auf der einen und elektoraler Abstrafung auf der anderen Seite sowie den moderierenden Einfluss von politischen Strategien zu analysieren. Untersucht werden dabei sechs westliche Industriestaaten (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Großbritannien, USA) im zeitraum von 1985 bis 2014.

Ergänzt wird diese vergleichende Analyse durch Online-Experimente, deren Ziel es ist, die tatsächlichen Effekte politischer Strategien (z.B. durch Framing) abzuschätzen. Diese werden in Deutschland, Dänemark und den USA durchgeführt. Die Experimente bauen auf den Ergebnissen der vergleichenden Analysen tatsächlicher Reformpolitik auf.

Publikationen:

  • Georg Wenzelburger (2011): "Political strategies and fiscal retrenchment. Evidence from four countries“, in: West European Politics 34:6.
  • Georg Wenzelburger (2014): "Blame avoidance, electoral punishment and the perceptions of risk", in: Journal of European Social Policy, 24:1, 80-91(*)
  • Pascal König und Georg Wenzelburger (2014): "Towards a Theory of Political Strategy in Policy Analysis", in: Politics & Policy, 42:3, 400-430.

 

 

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