Fachgebiet Politikwissenschaft

Forschung: Helge Staff, M.A.

 

Dissertationsprojekt: The Political Economy of Private Security

Globalisierung und Neoliberalismus werden häufig verantwortlich gemacht für das weltweite und rasante Wachstum von privaten Sicherheitsdienstleistungen. Solch globale Faktoren können aber kaum die deutlichen Unterschiede zwischen den relativ homogenen europäischen Mitgliedsstaaten in Fragen der privaten Sicherheit erklären. Dieser Projekt, angesiedelt in der vergleichenden Policy Analyse oder Staatstätigkeitsforschung, fragt: Was führt zu den Unterschieden in der Politik gegen­über privaten Sicherheitsunternehmen und zu den Gegensätzen im Stand der Industrie in EU-Mit­gliedsstaaten?

Das Projekt bedient sich zunächst kriminologischer Forschungsbestände und Theorien, um drei Di­mensionen zu identifizieren, in denen nationale politische Systeme die private Sicherheitsindustrie beeinflussen könnten: Privatisierung, Regulierung und (Sicherheits-)Produktion. In der ersten Pro­jektphase werden politisch-institutionelle Faktoren herangezogen, um nationale Politiken in diesen Dimensionen hinsichtlich der empirischen Unterschiede zu analysieren. Dieses geschieht auf der Basis eines Mixed-Methods-Designs, das sowohl quantitative als auch qualitative Methoden vereint. Hierzu verwende ich ferner eine theoretische Zusammenführung der vergleichenden Staatstätigkeitsforschung mit dem Multiple-Streams-Framework.

Die zweite Phase überprüft dann, inwieweit die Unterschiede in den Politiken gegenüber der Industrie die Gegensätze im Stand der Industrie in den EU-Mitgliedsstaaten erklären kann. Hier steht also nicht mehr der Output (policies) im Fokus der Analyse, sondern das Outcome. Die Analyse basiert auf ei­nem quantitativen Vorgehen inklusive einer weitreichenden Datenerhebung bzw. Validierung.


DFG-Projekt: Die Politik der Inneren Sicherheit

Leitung: Jun.-Prof. Dr. Georg Wenzelburger

Das Forschungsvorhaben hat das Ziel, die Politik der Inneren Sicherheit im internationalen und temporalen Vergleich aus der Perspektive der vergleichenden Policy-Forschung zu analy­sieren. Das Vorhaben nimmt dabei die bestehenden Ansätze und Theorien der vergleichenden kriminologischen Forschungen zum Ausgangspunkt und ergänzt bzw. vertieft diese durch eine politikwissenschaftliche Analyse, wobei ein Schwerpunkt auf den Einfluss von Parteien und Institutionen gelegt wird. Dabei werden drei Aspekte der Politik der Inneren Sicherheit – Gesetzgebung, Staatsausgaben und Kriminalitätsfurcht der Bevölkerung – mithilfe qualitati­ver und quantitativer Methoden untersucht. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf west­lichen Industriestaaten und dem Zeitraum von 1990 bis 2010, da in dieser Zeit laut kriminal­soziologischer Untersuchungen ein "punitive turn" sichtbar werden sollte. Für die qualitative Analyse der Gesetzgebung werden aus den westlichen Industrieländern 4 Staaten ausgesucht, die in Fallstudien näher untersucht werden: Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Schweden.

Die zentralen Forschungsfragen des Projekts lauten daher:

Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten im internationalen Vergleich und in der Entwicklung über die Zeit treten bei einer empirischen Aufarbeitung der Politik der Inneren Sicherheit hervor?

Wie lässt sich die zwischenstaatliche und temporale Varianz politikwissenschaftlich erklären und welche Rolle spielen insbesondere Institutionen und Parteien hierbei?

 

 

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