Fachgebiet Politikwissenschaft

Teaching Critical Digital Literacy – Concepts for Education Professions

Partneruniversitäten: 

Leibniz Universität Hannover  / Yerevan State Universität, Jerewan, Armenien

 

Laufzeit: 01/2019 – 12/2019
Fördervolumen: 33.815,00 EUR
Förderprogramm Ost-West-Dialog

 

Digitalisierung als Herausforderung für demokratische Orientierungen

Digitalisierung ist ein Brennpunktthema in ganz Europa. Soziale Netzwerke werden zunehmend zu Mobilisierungsstätten und Orten der politischen Information und Diskussion. Einerseits eröffnen Facebook, Twitter, YouTube und Co. einen niedrigschwelligen Zugang zu gesellschaftlicher Partizipation im Sinne einer „aktiven demokratischen Bürgerschaft“ (Europäische Kommission). Andererseits nutzen auch populistische und demokratiefeindliche Gruppen diese Kommunikationsstrukturen. Sie machen „andere“ bzw. „korrupte Eliten“ für gravierende gesellschaftliche Probleme verantwortlich und greifen dabei auf Desinformations-Kampagnen und manipulative Technologien wie z.B. ‚social bots‘ zurück. So entsteht eine „kommunikative Anarchie“ (Haller 2017), die allmählich eine Verschiebung des

Denkens und der Diskurse hin zu antidemokratischen Ideologien und Politikstilen befördern kann. Für pädagogische Fachkräfte stellen die Prozesse der medialen politischen Meinungsbeeinflussung eine beträchtliche fachliche Herausforderung dar.

 

 

Kritische Medienkompetenz als Europäisches Desiderat

Die Europäische Kommission knüpft die Bekämpfung von Extremismus und Populismus ausdrücklich an die Ausbildung einer kritischen Medienkompetenz: „Enhancing critical thinking and media literacy, particularly the use of the internet and social media, so as to develop resistance to all forms of discrimination and indoctrination“ [EC/EACEA/Eurydice, 2016]. Die Kompetenz, medial vermittelte Informationen auszuwählen, zu verstehen und zu hinterfragen ergibt sich nicht zufällig oder „von allein“, sondern ist das Ergebnis einer bewussten Auseinandersetzung mit der politisch-sozialen Wirklichkeit des virtuellen Raums.

Hier setzt das Projekt unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Inken Heldt an. Es bringt die Expertise von 35 Bildungsfachkräften aus Armenien, Georgien, der Ukraine und Deutschland zusammen. Ein Output des Projekts ist eine gemeinsam konzipierte Fortbildung in Jerewan, Armenien im Oktober 2019.

Diese will 30 Teilnehmer/-innen dazu qualifizieren, mit unterschiedlichen Bildungsadressaten die mit der Digitalisierung verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen kritisch zu reflektieren. Das Konzept basiert auf den fachwissenschaftlichen Grundlagen der Politikwissenschaft, der politischen Fachdidaktik sowie der Mediendidaktik und überträgt diese – im Sinne einer praxisorientierten Handhabbarkeit – auf die spezifischen Ausgangslagen der teilnehmenden Multiplikatoren.

 

 

 

 

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