Fachgebiet Pädagogik

Kurzzusammenfassung des Spiels

Minecraft ist ein Sandbox-Spiel im 16-Bit Stil, in welchem hauptsächlich das Bauen und Kreieren im Vordergrund stehen. Spieler*innen starten in randomisierten Welten, die offen und von Beginn an komplett erkundbar sind. Die Welt besteht aus Blöcken, die mit den passenden Werkzeugen abgebaut und im eigenen Bau verwendet werden können. Im Survival Modus müssen Spieler*innen sich ihre Ressourcen mühsam selbst abbauen und gegen Gegner kämpfen und sich mit Nahrung versorgen, um nicht zu sterben. Im Kreativmodus können sämtliche Ressourcen aus einem Menü ausgewählt werden und es gibt keine Überlebensmechaniken, die vom Bauen ablenken könnten. Ein digitales Handbuch zeigt Spieler*innen, welche Materialien sie zum Bau verschiedener Objekte benötigen. Es gibt kein Tutorial, weshalb der Survival Modus zunächst überfordernd sein kann. Allerdings gibt es eine riesige Spieler*innencommunity, sodass man in diversen Youtube Videos zahlreiche Tipps zum Spielen bekommen kann. Das Spiel kann alleine oder mit anderen Spieler*innen gemeinsam gespielt werden. Interessant wird Minecraft auch dann, wenn es um das Erschaffen gemeinschaftlicher Kreationen geht, d.h. Absprachen getroffen werden müssen. Dabei können Spieler*innen in kreative Austauschprozesse gelangen, die sie gleichzeitig motivieren und fordern. Es gibt sehr viele Mods, die zusätzliche Spielinhalte und grafische Veränderungen in das Spiel integrieren, sowie spezielle Spielversionen (z.B. Minecraft-Education), die sich insbesondere für Projekte eignen.

Forschung zu Minecraft

Minecrafts größtes Lernpotenzial ist in der Kreativität zu verorten. Es ist ein Sandbox-Spiel, in dem Spieler*innen kaum kreative Grenzen gesetzt werden - von einfachen Holzhäusern bis hin zu ganzen Städten oder sogar programmierten Taschenrechnern kann nahezu alles erschaffen werden. Daraus ergibt sich die Frage, inwiefern mit und durch Minecraft kreative Denkprozesse in Kindern initiiert und gefördert werden können. Im Rahmen einer Feldstudie führten wir in einer Nachmittags-AG, welche sich mit den Grundlagen von PC-Nutzung, Internetschutz und gesundem Umgang mit der Digitalisierung beschäftigt, zusammen mit 10-12jährigen Schüler*innen ein 3-tägiges Projekt durch. In einer ersten Doppelstunde wurde den Schüler*innen die Aufgabe gestellt, ein Haus nach ihren Vorstellungen zu entwerfen und auf Papier zu bringen. In einer zweiten Doppelstunde sollte dieses Haus in Minecraft umgesetzt werden. In der dritten Doppelstunde wurde die Konzeptualisierung, die Bauphase und das Vorgehen reflektiert. Gegenwärtig wird das Datenmaterial ausgewertet, um das Unterrichtskonzept anzupassen und zu verstetigen. Im Unterricht soll es dann auch darum gehen, gezielt kreative Denkprozesse in Gang zu setzen und kreative Workflow Erfahrungen zu ermöglichen.

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