Fachgebiet Pädagogik

Kurzzusammenfassung des Spiels

Little Nightmares ist ein auf Rätsel basierendes Jump 'n' Run Spiel. Darin taucht man in eine düstere Geschichte ein und wird dabei mit verschiedenen Ängsten der Kindheit konfrontiert. Das Setting ist ein schwankendes Schiff, as auf der ganzen Welt herumfährt und dabei den unersättlichen Hunger der Menschen zu befriedigen versucht. Als Nahrungsquelle dient dabei alles Organische, sogar gefangene Kinder wie der*die Protagonist*in namens Six. Er*sie trägt einen auffälligen gelben Regenmantel und besitzt lediglich ein Feuerzeug, mit dem er*sie sich in dunklen Passagen selbst Licht geben kann. Gefangen, hungrig und einsam muss man Six dabei helfen, zu entkommen, ohne entdeckt zu werden. Die Darstellung der einzelnen Räume erinnert dabei an den Blick eines geöffneten Puppenhauses. Die Grundatmosphäre ist düster und morbide, wobei teils mit Ekel (mangelnder Hygiene und Fettleibigkeit) gespielt wird, teils jedoch auch abstrakte Darstellungen, wie z.B. Schuhe, die an Haken transportiert werden, für unklare Interpretationen sorgen. Es gibt keine Gewaltdarstellungen, da der Bildschirm jedes Mal schwarz wird, wenn Six gefangen wurde. Jeder einzelne Raum ist wie eine Zelle gehalten, jede*r Bewohner*in ist eine Gefahr. Da Six sich nicht wehren kann, muss sie versuchen möglichst unbemerkt an allen anderen Menschen vorbei zu schleichen. Sie ist im Vergleich zu ihrer Umwelt sehr viel kleiner, weshalb sie sich auch unter Stühlen und in Kisten verstecken kann. Die Darstellung der Bedrohungen ist sehr symbolisch und soll vermutlich kindliche Übertreibungen vermitteln. Dadurch fühlt man sich in die eigene Kindheit zurückversetzt, wodurch das Spiel gruselig wird. Die meisten Spielszenen bestehen aus Rätseln, die zum Voranschreiten gelöst werden. Dazu gehört, Gegenstände im Raum miteinander zu kombinieren, das richtige Timing beim Verstecken zu haben und vor allem immer auf die Umgebung zu achten.

Forschung zu Little Nightmares

Die Forschung zu Little Nightmares begründet sich auf der Annahme, dass dieses Spiel in seiner Story verschieden interpretiert werden kann. Die Geschichte ist insgesamt eher abstrakt gehalten, zumal es keinen Dialog gibt und daher nur die Geschehenisse, Charaktere und die Umgebung Rückschlüsse über die Geschichte zulassen. Insofern muss das Spielgeschehen interpretiert werden, um ihm eine Bedeutung zumessen zumessen zu können. Da dabei viele Fragen entstehen können und die Interpretation nicht eindeutig ist müssen Spieler*innen diese Interpretationsleistung eigenständig vornehmen. Im Zuge der Forschung wird das Spiel auf mehreren Ebenen analysiert, wobei wir uns dabei an die Grundlagen der Filmanalyse von Mikos (2015) orientieren. Genau wie bei einem Film werden die verschiedensten Gesichtspunkte wie Inhalt und Repräsentation, Narration und Dramaturgie, Figuren und Akteure, Ästhetik und Gestaltung sowie der Kontext analysiert. Spieler*innen werden danach befragt, wie sie einerseits die Aspekte verstanden haben, andererseits welche Schlussfolgerungen sie nach dem Spiel in Bezug auf die Story ziehen. Eine anschließend angeleitete Reflexion soll aufklären, inwiefern das Spiel zur Förderung der Interoretationskompetenz geeignet ist.

 

Mikos, L. (2015): Film- und Fernsehanalyse. Konstanz, München: UTB.

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