Fachgebiet Pädagogik

Kurzzusammenfassung des Spiels

Gris ist ein auf Rätsel basierendes Jump'n'Run- und Adventure-Spiel und in 2D, aquarell-gemalter Grafik gehalten. Der spielbare Charakter ist ein Mädchen, welches anfangs in der Hand einer steinernen Frau aufwacht. Diese stellt die Mutter oder eine ähnlich wichtige Person des Mädchens dar. Nachdem das Mädchen zu singen versucht, versagt ihre Stimme und die steinerne Frau zerfällt. Dabei verschwinden alle Farben und zurück bleibt eine farblose, zerfallende Welt. Ohne klares Ziel wandert man umher, findet Sterne, welche einem beim Weiterkommen helfen und muss Rätsel lösen, um weitere Sterne zu bekommen. Währenddessen erhält man neue Fähigkeiten, die man für nachfolgende Rätsel benötigt. Hat man einen Abschnitt geschafft, trifft man auf Teile der Statue der Frau und die ganze Welt wieder. So trifft man Kreaturen, welche in Steinen leben. Nach jedem Abschnitt kehrt man in ein Gebäude zurück, welches sich durch wiedergewonnene Farben sichtlich verändert, was durch die besondere Grafik stark zur Geltung kommt. Über diesem befindet sich ein angedeutetes Sternenbild, welches durch die gefundenen Sterne ausgefüllt wird. Im Verlauf des Spielens trifft man auf einen Schwarm schwarzer Vögel, welche sich später zu einer schwarzen masse vereinen. Diese tritt dann in Form eines großen Vogels oder eines Aals auf. Diese schwarze Masse von Emotionen, insbesondere der Trauer um den Tod der Mutter des Mädchens. Im Spiel gibt es weder Schrift noch Sprache. Daher enfällt ein Tutorial und die Hintergrundgeschichte wird nur durch Bilder und Statuen in der Welt gezeigt. Dadurch wird die Geschichte schrittweise durch aufmerksames Untersuchen der Umwelt aufgedeckt. Um die Rätsel zu lösen, muss der*die Spieler*in die Umgebung miteinbeziehen und Verschiedenes ausprobieren. So muss man beispielsweise Wasserfälle hochschwimmen oder bröckelnde Böden zerstören.

Forschung zu Gris

Diese Forschungsprojekt untersucht die Möglichkeit, mit Gris etwas über Trauer und Trauerverarbeitung zu lernen. Das Spiel verarbeitet auf ästhetische Weise die fünf Stufen der Trauer nach Kübler Ross (Kübler-Ross, E. (1969). On Death and Dying. New York: The Macmillan Company): Verleugnung, Zorn, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. Die Trauerstufen werden lediglich metaphorisch dargestellt und nicht verbalisiert, daher ist das Forschungsziel zu prüfen, was Spieler*innen alleine durch das Spielen bereits über Trauer und Trauerverarbeitung lernen (erste Experimentalreihe) und ein didaktisches Konzept für den Unterricht zu entwickeln, in dem Kinder und Jugendliche, mediiert durch as Spiel und angeleitet durch Lehrer*innen etwas über Trauer und Trauerverarbeitung lernen können. Die erste aufwendige experimentale Phase ist bereits beendet (N=64). Das Ziel dabei war herauszufinden, welche Spielszenen auf Trauerverarbeitung hinweisen und ob ohne pädagogische Anleitung Trauer und Trauerverarbeitung erkannt wird. Die Untersuchungsergebnisse werden derzeitig ausgewertet und werden in Kürze in Kurzform hier und ausführlicher im wissenschaftlichen Bericht zusammengefasst.

 

Anschließen wird auf Grundlage dieser Ergebnisse eine Unterrichtskonzept entwickelt, indem die Ergebnisse aus der ersten Erhebungsphase berücksichtigt werden. Dieses Unterrichtskonzept wird anschließend erprobt und hier veröffentlicht.

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