Fachgebiet Pädagogik

Kurzzusammenfassung des Spiels

Das Spielgeschehen des Aufbaustrategiespiels Frostpunk findet in einer postapokalyptischen Eiszeit statt. Es spielt in einer alternativen Zeitlinie des Jahres 1886 in England. Der*die Spieler*in übernimmt die Rolle eines*einer Anführer*in und versucht eine der letzten Städte auf Erden zu bauen. Es gibt ein Hauptszenario, in der es um das reine Überleben der Stadt durch die Eiszeit geht. Der*die Spieler*in muss die Einwohner*innen mit Unterkünften, Nahrung und Wärme versorgen. Die Bevölkerung ist eingeteilt in Arbeiter*innen, Ingenieur*innen und Kinder. Zusätzlich gibt es Automatone genannte Maschinen, welche Teile der Arbeit übernehmen können. Arbeiter*innen und Automatone Rohstoffe sammeln, welche sowohl für den Gebäudebau, die Versorgung der Bevölkerung als auch für die Forschung notwendig sind. Durch unterschiedliche Forschungsausrichtungen können zusätzliche Gebäude und Spielmechaniken freigeschaltet werden. Das Spiel ist geprägt von Ressourcenknappheit und Temperaturen von höchstens -20 Grad Celsius. Im Spielverlauf, hat der*die Spieler*in die Möglichkeit Späher*innen in die Tundra zu schicken. Dabei kann die Bevölkerungszahl vergrößert, Rohstoffe sowie Außenposten gefunden werden. Letztere ermöglichen nach ihrer Einrichtung einen dauerhaften Import einer Ressource. Der*die Spieler*in muss häufig Entscheidungen treffen und Gesetze erlassen, welche moralische und soziale Dilemmata hervorrufen können. Neben der Sicherung der Überlebens geht es hauptsächlich darum, die Unzufriedenheit der Bevölkerung möglichst niedrig und ihre Hoffnung möglichst hoch zu halten. Der*die Spieler*in wird im Laufe des Spiels mit radikalen und durchaus moralisch bedenklichen Möglichkeiten konfrontiert, um diese Variablen im wünschenswerten Bereich zu halten. Dazu können Gesetze erlassen werden, wobei nach einiger Zeit eine Ausrichtung in Religion oder Disziplin wählbar ist, die je nach Gesetzesentscheidung in ihrer Extremform einen totalitären oder Charakter annehmen können. Abgesehen von der Hauptkampagne gibt es drei zusätzliche Szenarien und einen Endlosmodus. Die Schwierigkeit ist zu Spielbeginn frei wählbar. Das Spiel kann jederzeit gespeichert werden. Es gibt kein echtes Tutorial, der*die Spieler*in kann einige Spielmechaniken lediglich in Texten nachlesen, die während des Spiels im Hintergrund auftauchen.

Forschung zu Frostpunk

Innerhalb der Forschung zu Frostpunk wird untersucht, ob der*die Spieler*in während des Spielens die sozialen und moralischen Dilemmata erkennt, die das Spiel erschafft und wie diese*r mit diesen Dilemmata umgeht. Im Fokus steht dabei, ob der*die Spieler*in auf einer moralischen, strategischen oder pragmatischen Grundlage Entscheidungen gefällt hat. Während der Spielphase werden die Spieler*innen beobachtet und ihre Gesetzeserlasse notiert. Unmittelbar nach der Spielphase werden die Spieler*innen durch ein Interview nach ihren Begründungen für ihre jeweiligen Handlungen befragt, wobei wir nach sozialen und moralischen Begründungen suchen. Zusätzlich wird in dem Interview reflektiert, inwiefern diese Entscheidungen in der Realität genauso getroffen werden würden, um den Effekt der fiktionalen Realität des Spiels zu kontrollieren. Ziel dabei ist es, herauszufinden, in wie weit Immersion stattfindet und ob es einen Zusammenhang zwischen den Handlungen der Spieler*innen, ihrer eigenen Moralvorstellung und ihrem Reflexionsgrad gibt.

Die Versuchsreihe befindet sich aktuell noch in der experimentalen Datenerhebung. Nach der Datenauswertung soll ein Unterrichtskonzept für das Schulfach Ethik entwickelt werden.

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