Fachbereich Sozialwissenschaften

Aktuelle Projekte am Fachbereich Sozialwissenschaften

Forschung am Fachbereich Sozialwissenschaften der TU Kaiserslautern bedeutet Arbeiten zu den Themen Mensch und Gesellschaft. Welche Faktoren beeinflussen soziales Handeln? Und wie funktioniert die Selbstorganisation menschlicher Gesellschaften? Wir gewinnen neue Erkenntnisse, indem wir in unserem breit aufgestellten Fachbereich unsere Forschungsthemen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten und mit modernen empirischen Methoden untersuchen.

Gerade an einer Technischen Universität ist sozialwissenschaftliche Forschung nicht wegzudenken. Vor allem sind technische und naturwissenschaftliche Projekte heutzutage ohne eine sozialwissenschaftliche Expertise nicht vorstellbar: Zukunftsprobleme werden so gemeinsam erklärt, verstanden und gelöst.

Hier eine Auswahl zu laufenden und abgeschlossenen Projekten am Fachbereich Sozialwissenschaften:

Übersicht

Selbstlernförderung als Grundlage

Projektleitung: Prof. Rolf Arnold/ Dr. Markus Lermen

Laufzeit: 1. Förderphase: 10/2011-09/2016, 2. Förderphase: 10/2016 - 12/2020

Im Projekt "Selbstlernförderung als Grundlage" steht die Konzeption, Entwicklung und Umsetzung von Angeboten zur Unterstützung der Selbstlernfähigkeiten von Studierenden an der TU Kaiserslautern im Mittelpunkt. Anbieter dieses integrativen Maßnahmenpakets ist das Selbstlernzentrum der TU Kaiserslautern, das im Rahmen der Projektaktivitäten ebenfalls aufgebaut wird und sich als fachbereichsübergreifende Anlaufstelle für Studierende versteht.

Das Projekt trägt zur Unterstützung der "Qualität in Lehre und Studium" bei - ein Schwerpunkthema an der TU Kaiserslautern, das sich u.a. im Hochschulentwicklungsplan und in der erfolgreichen Teilnahme der Universität am "Wettbewerb exzellente Lehre" des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft manifestiert.

Die Angebote des Selbstlernzentrums unterstützen Studierende der TU Kaiserslautern bei der Entwicklung ihrer Selbstlern- und Selbstführungskompetenzen, leisten einen Beitrag zur Erleichterung des Studieneinstiegs und zur Verbesserung der kontinuierlichen Studienorganisation. Um auf überfachlicher Ebene der Heterogenität der Studierenden gerecht zu werden, sollen Studierende dazu befähigt werden, ihre Selbstlernkompetenzen weiterzuentwickeln, ihren Studienalltag besser zu meistern, Lernprozesse zu reflektieren und ihre Lernstrategie zu optimieren.

Das Projekt Selbstlernzentrum wird im gemeinsamen Programm des Bundes und der Länder für "Bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre" ("Qualitätspakt Lehre") vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Als Projektpartner unterstützt der Virtuelle Campus Rheinland-Pfalz das Vorhaben bei der E-Learning-Prozessbegleitung.

Alle relevanten Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Mitarbeiter_innen und Ansprechpersonen: Monika Haberer M.A., Telefon: +49 (0) 631 205-5018, E-Mail: m.haberer[at]disc.uni-kl.de

Projektlaufzeiten: 01.01.2016 - 30.06.2019

Projektleitung: Prof. Dr. Rolf Arnold

Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Führungskompetenzen von Schulleitungen, eine Begleitung bei der Lösung konkreter Führungsprobleme sowie die Begleitung emotionaler Reifungsprozesse zur Führungskraft. Zur Umsetzung dieser Ziele sind arbeitsplatznahe digitale Lösungen angedacht, die der Unterstützung von Schulleitungshandeln sowie dem Aufbau einer selbstreflexiven Führungspersönlichkeit dienen: (1) eine Mobile App zur (adaptiven) Darbietung von Tools und Coachingmaterialien und (2) eine Internetplattform als Ergänzung zur App, für Austausch, Kooperation und reflexive Partnerschaften der App-Nutzer untereinander. Die Zielgruppesind Schulleitungen sowie Lehrkräfte in Fort- und Weiterbildung zur Schulleitung.

Unter Nutzung der Technologie digitaler Endgeräte sollen Führungskräfte im schulischen Kontext in ihrem täglichen Tun und Handeln professionell begleitet werden. Thematisch werden neuere Führungskonzepte, nachhaltige Organisationsentwicklung, systemische Kompetenzentwicklung sowie emotionale Muster des Führens und Geführtwerdens in den Fokus gerückt (Arnold 2014). Wesentlich sind dabei u.a. das Prinzip emotional intelligenter Führung (Goleman, Boyatzis & McKee 2002) sowie das Konzept der transformationalen Führung (Bass & Avolio 1994; Schmid & Haasen 2011), die von Führungskräften ein hohes Maß an Introspektion und Selbstreflexion (Arnold 2014) erfordern. Es gilt daher, die Entwicklung zu einer selbstreflexiven Persönlichkeit anzustoßen, insbesondere im Sinne selbsteinschließender Reflexion (Varela et al. 1992) und stärkerer Achtsamkeit (Scharmer 2009). Der Blick soll auf Selbstachtsamkeitsfragen gerichtet werden, da eine bewusste Beobachtung des Selbst als pädagogische Kernkompetenz angenommen wird (Arnold 2009; Siebert 2011).

Die zu entwickelnde mobile App wird im Studiengang Schulmanagement (DISC) durch die Zielgruppe getestet und evaluiert. Als Inhalte der App sind insbesondere Tools zur Selbstreflexion und Selbstachtsamkeit (Arnold 2012, 2014) vorgesehen, die die Nutzer interaktiv bearbeiten können. Die erhobenen Daten sollen dabei nicht nur für das Projekt gesammelt und evaluiert werden, sondern bereits im Verlauf der Testphase den Versuchspersonen zur angeleiteten Selbstreflexion dienen. Des Weiteren werden im Laufe des Projektes umfassende qualitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden Einsatz finden.

Link: http://uedu.uni-kl.de/arbeitsfelder/arbeitsfeld-03/arbeitsplatznahe-leadership-trainings/

Mitarbeiter_innen und Ansprechpersonen: Prof. Dr. Rolf Arnold, Michael Schön, JProf. Dr. Mandy Schiefner-Rohs

Projektlaufzeiten: laufend

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Schmidt

Wenn wir schnell auf einen neuen visuellen Reiz in unserem Blickfeld reagieren müssen, löst er eine Welle früher neuronaler Verarbeitung aus, die von frühen visuellen Arealen hin zu motorischen Arealen verläuft. Wir interessieren uns dafür, wie die zeitliche Dynamik dieses sog. "Feedforward Sweeps" aussieht, unter welchen Umständen diese Reize unbewußt verarbeitet werden können und welche Verarbeitungsleistungen in dem kurzen Zeitbereich von ca. 500 ms zwischen Reiz und Reaktion möglich sind. Von besonderem Interesse sind dabei Prozesse der visuellen Wahrnehmung, der visuellen Aufmerksamkeit und der Aktivierung und Hemmung von motorischen Antworten. Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Reizen, von einfachen farbigen Punkten über visuelle Täuschungen bis hin zu komplexen Reizen wie angstbesetzten Bildern. Wir entwickeln quantitative Kriterien für Feedforward-Verarbeitung und verwenden diese etwa in der Analyse von Zeigebewegungen, innovativen Verfahren der Reaktionszeit-Analyse, EEG-Maßen der motorischen Verarbeitung und psychophysischen Verfahren. Zudem kommen mathematische Modell und Simulationen zum Einsatz. Unser Ziel ist es, den Ablauf von Antwortaktivierung und -hemmung zu modellieren, die Unterschiede zwischen bewußter und unbewußter Wahrnehmung zu verstehen und neue Methoden der Verhaltensanalyse zu entwickeln.

Link:

Wikipedia "Response Priming"

https://de.wikipedia.org/wiki/Response_Priming

Mitarbeiter_innen und Ansprechpersonen:Thomas Schmidt, Sven Panis, Melanie Schröder, Max Wolkersdorfer

In Kooperation mit Daniela Czenochowski, Thomas Lachmann, Filipp Schmidt, Anke Haberkamp, Heiko Hecht, Dirk Vorberg.

Projektlaufzeiten: 2010-2015

Projektleitung: Jun-Prof. Dr. Daniela Czernochowski

Kinder lernen täglich große Mengen neuer Informationen, obwohl einige der Hirnregionen, die Erwachsene für Lernen und Gedächtnisabruf verwenden, bei Kindern noch nicht funktional ausgereift sind. Allerdings ist bislang noch nicht hinreichend bekannt, inwiefern sich Kinder in ihren Strategien und kognitiven Prozessen während der Enkodierung und des Gedächtnisabrufs von Erwachsenen unterscheiden. Für die Förderung von Gedächtnisfunktionen bei gesunden Kindern wie auch klinischen Gruppen mit Lernschwierigkeiten sind diese Erkenntnisse entscheidend. Allein aufgrund von Verhaltensdaten während des Abrufs (z.B. Art der Gedächtnisfehler) ist es schwierig, Gedächtnisentwicklung im engeren Sinn von generelleren kognitiven Kontrollfunktionen zu trennen, die ebenfalls zu Gedächtnisurteilen beitragen. Die Analyse von Hirnströmen (EEG) während der Aufgabenbearbeitung ermöglicht es, kognitive Prozesse auch während der Enkodierung zu untersuchen, und ist geeignet für den Einsatz auch bei jungen Kindern. Ein besonderer Vorteil dieser Methode liegt dabei in der hohen zeitlichen Auflösung der Hirnaktivität, die es erlaubt, kognitive Prozesse in Echtzeit zu untersuchen. Im vorliegenden Projekt soll die Interaktion von kognitiver Kontrolle und Gedächtnis für Items und ihren Kontext untersucht werden. Mithilfe von Verhaltensdaten und neuronalen Korrelaten der kognitiven Prozesse während der Aufgabenbearbeitung werden fünf Altersgruppen zwischen 4 und 25 Jahren in einem kombinierten quer- und längsschnittlichen Design verglichen.

Ausgewählte (vorläufige) Projektergebnisse:

Bereits während der Enkodierung lassen EEG-Oszillationen Aufschlüsse über die Art der zugrundeliegenden kognitiven Prozesse während des Lernens zu. Eine perzeptuelle Verarbeitung der Stimuli während der Lernphase war in allen Altersgruppen mit Oszillationen im Theta-Band (3-8 Hz) verbunden. Allerdings zeigte sich nur bei älteren Kindern und bei jungen Erwachsenen eine Modulation im Alpha-Band (10-16 Hz), verbunden mit zunehmender semantischer Verarbeitung bei der Enkodierung in der intentionalen Lernphase. Bei jüngeren Kindern, die deutlich weniger Erfahrung mit expliziten Lerninstruktionen haben, unterschieden sich die kognitiven Prozesse während der inzidentellen und intentionalen Enkodierung der Bilder hingegen kaum. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich sowohl inzidentelle als auch intentionale Lernprozesse mit zunehmendem Alter verändern.

Während des Gedächtnisabrufs zeigten sich in der globalen Unterscheidung von alten und neuen Bildern keine Leistungsunterschiede der Altersgruppen. Allerdings hatten besonders Erwachsene Schwierigkeiten beim Abruf perzeptueller Details, die erst nach einer expliziten Lerninstruktion gut erinnert wurden. Ereigniskorrelierte EEG-Potentiale gaben Aufschluss über die zugrunde liegenden Gedächtnisprozesse: In allen Altersgruppen waren richtige Antworten verbunden mit einem parietalen Alt/Neu –Effekt, der mit rekollektionsbasierter detailreicher Erinnerung einhergeht. Nur Erwachsene nutzten zusätzlich einen zweiten besonders schnellen Abruf-Prozess der Vertrautheit, der lediglich die Unterscheidung von alten und neuen Items ohne Details ermöglicht. Ausgehend vom Fokus während der Lernphase nutzten die Altersgruppen also verschiedene Strategien, um bekannte Bilder wiederzuerkennen.

Als elektrophysiologischer Index für das Erkennen von Antwortkonflikten wurden anwortbezogene ereigniskorrelierte Potentiale verwendet (ERN/Ne). Die Analyse der elektrophysiologischen Daten und von Verhaltensdaten in mehreren Wahlreaktionsaufgaben zeigte, dass Probanden in allen Altersgruppen zwischen richtigen und falschen Antworten unterscheiden konnten. Allerdings waren nur jüngere Erwachsene in der Lage, feinere Abstufungen von Antwortkonflikten zu erkennen (z.B. bezogen auf die Aufgabenschwierigkeit) und diese auch erfolgreich zu nutzen, um Kontrollprozesse für die weitere Aufgabenbearbeitung zu optimieren. Ohne diese unterstützenden Kontrollprozesse fallen diese Aufgaben Kindern besonders schwer.

Zusammen illustrieren diese ausgewählten ersten Ergebnisse, dass sowohl Gedächtnis- als auch kognitive Kontrollprozesse sich bis zum frühen Erwachsenenalter weiterentwickeln. Um die Rolle von Antwortkonflikten beim Gedächtnisabruf zu minimieren, ist das Format des Gedächtnistests entscheidend. Die Analyse von EEG-Signalen zeigt, dass die Altersgruppen auch bei gleicher Leistung zum Teil verschiedene Ansätze zur Lösung der Aufgaben nutzen.

Mitarbeiter_innen und  Ansprechpersonen:

Daniela Czernochowski (Projektleitung)

André Haese (Doktorand)

Projektlaufzeiten: 12/2015 – 12/2017

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Fröhlich

Die Gelenksstabilität, insbesondere des Kniegelenks, stellt einen zentralen Punkt im Bereich der Verletzungsprävention und Leistungsoptimierung in Sportarten mit Richtungswechseln und Landungen dar (Spielsportarten, Rückschlagsportarten, Ski alpin). Beeinflusst wird die Gelenksstabilität durch aktive und passive Strukturen, wobei die Körpermitte als zentraler Punkt der mechanischen Kopplung identifiziert werden kann. Die Forschungsschwerpunkte liegen sowohl im Bereich der Rumpfstabilität als auch in der Betrachtungsweise der unteren Extremität.

Mit Hilfe modernster Messtechniken im Feld der Kinematik und Kinetik sollen bestehende Trainings- und Therapiekonzepte überprüft, sowie neue theoretische Ansätze empirisch evaluiert werden. Inhalte der Interventionsstudien setzen sich aus koordinativen, neuromuskulären und sensomotorischen Trainingsformen zusammen.

In Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Rheinland Pfalz und dem Pfälzer Handball Verband wird die erste Erhebungsphase in den Sportarten Judo und Handball durchgeführt.

Mitarbeiter_innen und  Ansprechpersonen:

Monika Pauls, M.Sc. (m.pauls@sowi.uni-kl.de)

Christoph Zangerl, M.A. (zangerl@sowi.uni-kl.de)

Projektlaufzeiten: 01.10.2014 – 30.09.2017

Projektleitung:  Prof. Dr. Rolf Arnold

Die geänderten Anforderungen an die Ausbildung im Handwerk durch komplexere Arbeitsprozesse erfordern in zunehmendem Maße die Fähigkeit zum Selbstlernen, zum vernetzten systematischen Denken und Handeln und den Aufbau entsprechenden Handlungswissens. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Verbundvorhaben die Gesamtziele, die berufliche Ausbildung stärker an den im Arbeitsprozess notwendigen Kompetenzen zu orientieren, den Auszubildenden mobil unterstützt jederzeit eine Betreuung zu ermöglichen und die Trennung der Lernorte zu reduzieren. Hierzu werden in einer mobilen Lernumgebung die betrieblichen Arbeitsprozesse abgebildet, modulare Lerninhalte aus den Lernorten Betrieb, Berufsschule und überbetrieblicher Ausbildungsstätte den einzelnen Prozessschritten im Ausbildungsverlauf zugeordnet und die Kooperation zwischen Ausbilderinnen und Ausbildern, Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrern sowie Auszubildenden durch ein abgestimmtes didaktisches Konzept und die gemeinsame Nutzung der KOLA Lernumgebung angeregt.

Ansprechpartner Teilprojekt didaktisches Konzept:

Dr. Thomas Prescher

Jun.Prof. Matthias Rohs

Jan Hellriegel, M.A.

Mail: Thomas.prescher[at]sowi.uni-kl.de

Projektlaufzeiten: 4/2015-09/2017

Projektleitung: Prof. Dr. Rolf Arnold (TU Kaiserslautern), Prof. Dr. Konrad Wolf (HS Kaiserslautern), Dr. Konrad Faber (VCRP)

Die zweite Förderphase des Projekt „OKWest II“ hat die Nachhaltigkeit und Breitenwirksamkeit der Ergebnisse der ersten Projektphase zum primären Ziel. Dazu zählen:

1.     Der Ausbau der Übergangsberatung und studiengestützten und hybriden Lern-Szenarien

2.     Die Nachhaltigkeit und Breitenwirksamkeit der Kompetenzprofilerstellung und Kompetenzbilanzierung

3.     Forschung und Übergangsforschung

Es verfolgt dieses Ziel weiterhin in Bezug auf die drei Leitlinien, welche bereits in der ersten Phase für das Projekt grundlegend waren.

Projektkoordinatorin:

Simone Wanken (s.wanken@disc.uni-kl.de)

Weitere Informationen unter: http://www.disc.uni-kl.de/projekte/offene-kompetenzregion/okwest-ii/ oder www.kompetenzregion-rlp.de

Projektlaufzeit: 1.10.2013 bis 30.11.2016, verlängert bis 30.09.2017

Projektleitung: Jun.-Prof. Dr. Georg Wenzelburger

Inhalt und Ziele:

Das Forschungsvorhaben hat das Ziel, die Politik der Inneren Sicherheit im internationalen und temporalen Vergleich aus der Perspektive der vergleichenden Policy-Forschung zu analysieren. Das Vorhaben nimmt dabei die bestehenden Ansätze und Theorien der vergleichenden kriminologischen Forschungen zum Ausgangspunkt und ergänzt bzw. vertieft diese durch eine politikwissenschaftliche Analyse, wobei ein Schwerpunkt auf den Einfluss von Parteien und Institutionen gelegt wird. Dabei werden drei Aspekte der Politik der Inneren Sicherheit – Gesetzgebung, Staatsausgaben und Kriminalitätsfurcht der Bevölkerung – mithilfe qualitativer und quantitativer Methoden untersucht. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf westlichen Industriestaaten und dem Zeitraum von 1990 bis 2010, da in dieser Zeit laut kriminalsoziologischer Untersuchungen ein "punitive turn" sichtbar werden sollte. Für die qualitative Analyse der Gesetzgebung werden aus den westlichen Industrieländern 4 Staaten ausgesucht, die in Fallstudien näher untersucht werden: Deutschland, Großbritannien, Italien und Schweden (zur Fallauswahl, s.u.).

Die zentralen Forschungsfragen des Projekts lauten daher:

1)    Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten im internationalen Vergleich und in der Entwicklung über die Zeit treten bei einer empirischen Aufarbeitung der Politik der Inneren Sicherheit hervor?

2)    Wie lässt sich die zwischenstaatliche und temporale Varianz politikwissenschaftlich erklären und welche Rolle spielen insbesondere Institutionen und Parteien hierbei?

Publikationen:

  • Georg Wenzelburger (2013): "Die Politik der Inneren Sicherheit. Konturen eines Forschungsfelds aus Sicht der Vergleichenden Politikforschung," in: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft, 7:1, 1-25.

  • Georg Wenzelburger (2014): "Parties, Institutions and the Politics of Law and Order", in: British Journal of Political Science, online first: DOI: 10.1017/S0007123413000501.

  • Wenzelburger, Georg (2015): “A global trend towards law and order harshness? How globalization, partisan ideology and the party system shape law and order policies in 20 Western industrialized countries”, in: European Political Science Review, online first
  • Wenzelburger, Georg (2016): "Political economy or political systems? How welfare capitalism and political systems affect law and order policies in 20 Western industrialized nations", in: Social Policy & Society, forthcoming

  • Wenzelburger, Georg/Staff, Helge (2016): "German Exceptionalism? An empirical analysis of 20 years of law and order legislation in Germany", in: Politics&Policy, 44:2, 319-350.
  • Georg Wenzelburger (i.E.): "Die Politik der Inneren Sicherheit", in: Georg Wenzelburger und Reimut Zohlnhöfer (Hrsg.): Handbuch Policy-Forschung. Wiesbaden: Springer VS.

Mitarbeiter: Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Helge Staff, M.A.

Projektaufzeit: 1.1.2015 bis 31.12.2018

Finanzierung: Danish Research Council (Logo anbei)

Gemeinsames Forschungsprojekt mit Prof. Carsten Jensen (Projektleitung), Univ. Aarhus

Inhalt und Ziele:

Das Projekt untersucht das Zusammenspiel zwischen wohlfahrtsstaatlicher Kürzungspolitik, elektoraler Abstrafung und der Nutzung politischer Strategien durch politische Akteure. Kern des Projekts ist eine umfangreiche Datensammlung zu wohlfahrtsstaatlichen Reformen, den genutzten politischen Strategien (, wobei hier zwischen Framing- und Policy-Strategien zu unterscheiden ist), und deren Wirkung auf die Popularität der Regierung (gemessen durch Wahlumfragen) sowie auf öffentliche Proteste. Diese Datenerhebung ermöglicht es, die komplexen kausalen Wirkmechanismen zwischen Kürzungspolitik auf der einen und elektoraler Abstrafung auf der anderen Seite sowie den moderierenden Einfluss von politischen Strategien zu analysieren. Untersucht werden dabei sechs westliche Industriestaaten (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Großbritannien, USA) im zeitraum von 1985 bis 2014.

Ergänzt wird diese vergleichende Analyse durch Online-Experimente, deren Ziel es ist, die tatsächlichen Effekte politischer Strategien (z.B. durch Framing) abzuschätzen. Diese werden in Deutschland, Dänemark und den USA durchgeführt. Die Experimente bauen auf den Ergebnissen der vergleichenden Analysen tatsächlicher Reformpolitik auf.

Publikationen:

  • Georg Wenzelburger (2011): "Political strategies and fiscal retrenchment. Evidence from four countries“, in: West European Politics 34:6.

  • Georg Wenzelburger (2014): "Blame avoidance, electoral punishment and the perceptions of risk", in: Journal of European Social Policy, 24:1, 80-91(*)

  • Pascal König und Georg Wenzelburger (2014): "Towards a Theory of Political Strategy in Policy Analysis", in: Politics & Policy, 42:3, 400-430.

  • Jensen, Carsten/Lee, Seonghui/Arndt, Christoph/Wenzelburger, Georg (2016): “Hvordan reagerer vælgerne på velfærdsforringelser?“, in: Politica, forthcoming.

Mitarbeiter: Studentische Hilfskräfte: Anja Konanec, Kathrin Hartmann, Fabienne Müller, Lena Malin Grüninger

Projektlaufzeit: 2015-2017

Projektleitung: JProf. Dr. Jochen Mayerl

Weitere Beteiligte: apl. Prof. Dr. Gabriele Hornung, Dr. Christoph Thyssen (beide TU KL)

Kurzbeschreibung: Standardisierte computergestützte Online-Umfrage (Tablet-Computer) von ca. 80 Referendaren in Rheinland-Pfalz im Längsschnitt (vier Panel-Erhebungswellen); quasi-experimentelles Design (zwei Ausbildungsgruppen: BA/MA vs. Staatsexamen); Thema: Moderatoren der Einstellungs-Verhaltens-Relation zur Umsetzung von universitären Lehrinhalten in der Schule.

https://www.sowi.uni-kl.de/empirical-social-research/projekte/eva3-plus/

Projektlaufzeit: 2014-2017

Projektleitung: Jprof. Dr. Jochen Mayerl

Weitere Beteiligte: u.a. Prof. Dr. Thomas Lachmann (Psychologie TU Kaiserslautern), Prof. Dr. Paul Lukowicz vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), ikpb, imc, xCon 

Kurzbeschreibung: Untersuchung der sozialen Akzeptanz neuer „Smart“-Technologien der Mensch-Maschine-Interaktion für Arbeiter im Baugewerbe; Prüfung von Einstellungs-Verhaltens-Modellen im Kontext von Technikwahrnehmungen und Technikverhalten

https://www.sowi.uni-kl.de/empirische-sozialforschung/projekte/smartwerk/

Projektlaufzeit: 2014-2016

Projektleitung: JProf. Dr. Jochen Mayerl

Weitere Beteiligte: u.a. Dr. Nadine Bondorf (TU KL) 

Kurzbeschreibung: Multi-Method Design zur Erprobung neuer Messinstrumente der Erfassung von Lehrqualität mittels Lehrveranstaltungsbefragung in mehreren Erhebungsmodi; Entwicklung von Querschnitt- und Längsschnittmethoden; "Live-Erhebung" mittels Smartphones

https://www.sowi.uni-kl.de/empirical-social-research/projekte/lehrevaluation-plus/

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